Vaginale Pilzinfektionen mit Naturheilkunde behandeln

Fast jede Frau kennt die unbeliebten Symptome: Zunehmendes Jucken und auch Brennen an Vulva und Vagina, rote geschwollene Haut und oft auch ein weißlich-krümeliger Ausfluss. Der Sex macht keinen Spaß mehr und das Allgemeinbefinden ist unwohl. Die Diagnose lautet Scheidenpilz - fachmedizinisch Vaginalmykose oder Soorkolpitis genannt. Die Ursache sind meist Hefepilze, oft Candida albicans.

 

Im Akutfall hilft hier oft ein so genanntes Antimykotikum als Creme aufgetragen, um die Beschwerden schnell zu lindern. Aber viele Frauen haben immer wiederkehrende Pilzinfektionen und leiden sehr unter den Symptomen und der Unfreiheit , die sie begleitet.

 

Naturheilkundlich lassen sich Pilzinfektionen sehr gut behandeln. Zum einen gibt es zahlreiche Heilpflanzen, die eine antimykotische, also pilzabtötende Wirkung haben. Hierzu zählen unter anderem Meerettich & Kapuzinerkresse mit ihren hochwirksamen Senfölen, Thymian, der auch antibakteriell und antiviral wirkt, Oregano, Teebaum als ätherisches Öl, Walnussblätter und der Knoblauch. Die Anwenderin solllte gut informiert sein, welche Pflanze sie wie verwendet, denn gerade für die zarte Vaginalschleimhaut eignen sich nicht alle genannten Pflanzen für eine lokale Therapie.

 

Neben der lokalen Therapie ist in der naturheilkundlichen Behandlung wie immer der ganzheitliche Blick auf die Frau und ihre Heilung wichtig. Wiederkehrende Vaginalmykosen sind immer eine Einladung, das Immunsystem zu stärken und die Darmflora zu sanieren.

 

Ein gesundes Immunsystem verhindert normalerweise die übermässige Besiedlung mit Pilzen - tatsächlich leben wir auch in gesundem Zustand in friedlicher Koexistenz mit zahlreichen Pilzen auf und in uns. Ungesund vermehren werden sie sich nur , wenn das Immunsystem nicht in Form ist.  Anhaltende Phasen von großem Stress reichen oft schon aus, um das Immunsystem zu schwächen ebenso wie längere Erkrankungen oder die Belastung mit Schwermetallen. Viele meiner Patientinnen sind sehr besorgt, weil sie gut auf ihre Ernährung achten und sich wundern, dass sie dennoch betroffen sind. Aber oft unterschätzen wir den Stressfaktor in unserem Leben. Überarbeitung, Sorgen und Ängste oder auch Trennungen und Abschied beeinflussen nicht nur unsere seelische Kraft sondern auch das Immunsystem. Und diese reduzierten Phasen gehören einfach ebenso zum Leben wie das Bäume ausreissen - wir können unsere Körperin liebevoll unterstützen, um wieder in die Kraft zu kommen.

 

Hierzu zählt auch die Mitbehandlung der Darmflora während einer vaginalen Pilzinfektion - und jeder anderen Pilzinfektion wie Nagel- oder Fußpilz natürlich auch.  Mit einer Probiotika-Kur wird die gesunde Darmflora wieder hergestellt und die Fehlbesiedlung des Darms beseitigt. Hier spielt dann tatsächlich auch die Ernährung eine wichtige Rolle - Pilze lieben einfach leckere Kohlenhydrate, also ist in der Kurphase ein Zuckerverzicht und eine basische Ernährung äußerst hilfreich.

 

Darüber hinaus ist immer zu prüfen, ob die Verhütungsform die Ursache für die Pilzinfektion sein könnte. Hormonelle Verhütung kann die Schleimhäute dünner werden lassen, was Infektionen leichteres Spiel verschafft. Fremdkörper in der Gebärmutter wie die Hormonspirale oder auch Kupferkette oder -spirale bzw. -ball werden von den meisten Frauen gut vertragen - können aber bei einigen die Problematik wiederkehrender Vaginosen auslösen.

 

Ein wichtiges Thema auf seelischer Ebene ist bei wiederkehrenden Vaginalmykosen das individuelle Bedürfnis von Nähe versus Distanz. Ich spreche mit Frauen in meiner Praxis - wenn sie es möchten -  über mögliche seelische Ursachen. Konflikte in der Partnerschaft oder Sexualität, der unausgesprochene Wunsch nach stärkerer Abgrenzung, die Fähigkeit, ungelöste Konflikte oder Verletzungen zu thematisieren oder auch mal Zorn zuzulassen tauchen hier häufig auf.

 

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Literaturverzeichnis